Aktuell

Am 14. Mai 2026 ist in der Reihe "Quellen zur frühen Geschichte des Artlandes" der Band "Bauerschaft Mimmelage bis 1236" erschienen. Wie bereits weiter unten unter "Aktuell" dargestellt hat Ronald Voortman am 28. Dezember 2025 den offiziellen Start des Artland-Projekts auf der Website von Öffnet externen Link in neuem FensterDonkey Books bekanntgegeben. Hinter dieser Reihe "Quellen zur Frühen Geschichte des Artlandes" steht das Lebenswerk von Jan Gerrit Voortman († 2009), das sein Sohn Ronald Voortman seit dem Tod seines Vaters weiterführt. Nach meinen Erfahrungen ist das Archiv Voortman (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.vortmes.nl) mit Abschriften von Kirchenbüchern und historischen Quellen aus dem Artland ein einmaliger Fundus für die Geschichte der Region, das ich seit Jahrzehnten im Rahmen meiner eigenen Projekte wie Leitet Herunterladen der Datei einArtland-Genealogie Quakenbrück und Leitet Herunterladen der Datei einKulturgeschichte Artland nutze. Nach dem ersten Lesen des neuen Werkes lautet mein spontanes Urteil auch hier: "Dies ist ein kleiner Schritt für Ronald Voortman aber ein großer Schritt für die Geschichtsschreibung im Artland". Ausgehend vom im Archiv Voortman vorhanden einmaligen Fundus an Quellen aus der Region und mit einem neuen von Ronald Voortman entwickelten Algorithmus werden neue Hypothesen zur Kulturgeschichte des Artlandes formuliert, die als inspirierende Ideenbörse für die Rekonstruktion unserer Mittelaltergeschichte dienen können. Da der Algorithmus im konstruktiven Dialog weiterentwickelt werden kann und die erscheinenden Bände im "Print on Demand Verfahren" jederzeit aktualisiert werden können, freue ich mich auf die nächsten Jahre zum Thema Kulturgeschichte Artland. Während in jüngerer Zeit im Artland auch vermehrt die Dendrochronologie zur historischen Datierung verwendet wird, sind leider die für dieses Thema ebenfalls extrem wichtigen Moore in der Region wie das Hahnenmoor inzwischen weitgehend abgebaut, sodass bei den durch Pollenanalyse zu gewinnenden Daten im Wesentlichen nur noch auf die vorhandenen Untersuchungen, die überwiegend aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg stammen, zurückgegriffen werden kann. Aktuelle Untersuchungen zur Kulturgeschichte sind aufgrund des Fehlens intakter Torfprofile mit dieser Methode in der Zukunft kaum noch möglich. Der aktuelle Kenntnisstand der Geschichte Mimmelages nach Ronald Voortman ist auch in einem kurzen Öffnet externen Link in neuem FensterFilm zusammengefasst.

"Öffnet externen Link in neuem Fenster50 Jahre Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems". Am 30. Mai feierte der 1976 in Wardenburg gegründete Naturschutzverein (BSH) im Tagungszentrum Blockhaus Ahlhorn seinen runden Geburtstag. Viele ehemalige und aktuelle Mitstreiter blickten zusammen mit dem Ehrenvorsitzenden Remmer Akkermann, der aktuellen Vorsitzenden Christiane Lehmkuhl und mit den geladenen Gästen zurück auf Erfolge und Misserfolge ihrer ehrenamtlichen Arbeit für Natur und Umwelt. Zu den Gründungsmitgliedern des über Jahrzehnte von Prof. Dr. Remmer Akkermann geführten Vereins gehörte auch der ehemalige Leiter des Artland-Gymnasiums Quakenbrück, OStD. Gerhard Hesselbarth. Um 1980 war die BSH mit ihrer "Regionalgruppe Altkreis Bersenbrück" auch im Osnabrücker Nordland besonders aktiv. Unter der Leitung von Rolf Wellinghorst und in Kooperation mit dem Bund für Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen traf sich der ehrenamtliche Naturschutz der Region (darunter Angelika Kemme, Matthias Schreiber, Michael Weinert, Udo Hafferkamp, Franz Buitmann, Manfred Bergau) regelmäßig zu Vorträgen im Hotel Schmidt in Ankum oder zu Exkursionen im Gelände. Nicht selten waren damals über 20 Teilnehmer dabei. Vor allen Dingen im Kontext des seinerzeit auf etwa 16000 Hektar im Hahnenmoorkanalgebiet geplanten Flurbereinigungverfahrens wurden eigene Kartierungen durchgeführt (Pressenotizen und Ergebnisse u.a. in Leitet Herunterladen der Datei einLebensraum Artland) und weitere Fachgutachten von der Politik des Landkreises Osnabrück eingefordert. So entstanden u.a. das sogenannte SZIJJ-Gutachten und die Fließgewässeruntersuchung von Dr. Herbert Reusch. Außerdem wurden umfangreiche Meinungsumfragen bei den betroffenen Landwirten durchgeführt, summa summarum mit dem Ergebnis, dass das Projekt nicht wie zunächst geplant umgesetzt wurde. Zu den positiven Ergebnissen der damaligen Arbeit gehören sicher auch die Einstellung des Torfabbaus im Hahnenmoor und die Unterschutzstellung von Teilen des Gebietes als Öffnet externen Link in neuem FensterFFH-Gebiet Hahnenmoor, Hahlener Moor, Suddenmoor sowie die Ausweisung des Öffnet externen Link in neuem FensterFFH-Gebietes Bäche im Artland.

"Auf den Spuren von Heike Götz durch das Historische Freilandlabor Wasserhausen" lautete der Titel einer naturkundlichen Wanderung des Öffnet externen Link in neuem FensterHeimatvereins Quakenbrück am 25. April. Zum Hintergrund: Heike Götz und ihr Team von der NDR-Landpartie waren am Himmelfahrtstag 2025 für einen halben Tag im Freilandlabor Wasserhausen und ließen sich von Rolf Wellinghorst dessen naturkundliche Aktivitäten im Freilandlabor für die Sendung "Öffnet externen Link in neuem FensterLandpartie Artland" vorstellen. Diese Stationen waren am 25. April noch einmal Ziel für die Gäste des Heimatvereins Quakenbrück. Nach einem kurzen Abriss zur Hofgeschichte Wellinghorst und zu den Zielen des Freilandlabors wurde zunächst die Feldhecke genauer betrachtet, wobei ihre Bedeutung als heute totholzreiche Lebensader in der Landschaft sowie für die Artenvielfalt, die Vernetzung von Ökosystemen und auch als Quelle nachhaltiger Energie im Mittelpunkt standen. Die 1989 gepflanzten Gehölze binden seither jedes Jahr wesentlich mehr Kohlenstoffdioxid als das hier jährlich geerntete Kaminholz bei der Verbrennung in den Kaminöfen des Nutzers wieder freisetzt. Ein Modellversuch in einem Minigewächshaus führte den Teilnehmern mittels Kohlenstoffdioxidmessgerät anschaulich vor Augen, wie frische Laubgehölzblätter Kohlenstoffdioxid binden und wie frischer Mutterboden, vergleichbar einem gepflügten Acker, viel Kohlenstoffdioxid in die Luft freisetzt. Ebenfalls dramatisch ist die Kohlenstoffdioxidfreisetzung bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, die hier mittel Gasfeuerzeug demonstriert wurde. Eine weitere Station waren das Wildbienenhotel und die Streuobstwiese. Etwa 50 Bäume alter hiesiger Obstsorten sind neben den vielen Arten heimischer Blütenpflanzen in der Hecke und der Wiese, die hier von März bis Oktober Nektar und Pollen produzieren, ein Paradies für Insekten und andere Wirbellose. Während die erst seit ein paar tausend Jahren vom Menschen gezüchteten Honigbienenrassen nur durch die Pflege und die Behausungen (Beuten) des Imkers gut überleben können sind die etwa 350 in Niedersachsen lebenden Wildbienenarten, die bereits seit vielen Millionen ohne den Menschen erfolgreich auf der Erde überlebten, zu etwa 30 Prozent auf natürliche Bohrgänge in Totholz und zu etwa 70 Prozent auf intakte und möglichst nicht vom Menschen beeinflusste Böden, in die sie selbst ihre Gänge bohren, angewiesen. Im Freilandlabor finden sie viel Totholz (etwa 30% der Arten) und einen seit fast 40 Jahren ungestörten Boden (etwa 70% der Arten) als geeignete Wohnplätze und darüber hinaus auch eine große Vielfalt an Blütenpflanzen als Nahrungsquelle. Am Insektenhotel wurde außerdem gezeigt, wie vom Menschen gebaute künstliche Wohnröhren in Totholz (Insektenhotels) aussehen sollten. Die Stationen "Fang von wirbellosen Tieren in der Hase und im Teich" sowie "Untersuchungen mit Stereolupe und Mikroskop" rundeten das Programm ab (drei Fotos von Ursula Rantze).

Im Rahmen eines Treffens der Naturschützer und Heimatfreunde Heinrich Böning (Öffnet externen Link in neuem FensterStadtmuseum Quakenbrück), Franz Buitmann (Öffnet externen Link in neuem FensterKreisheimatbund Bersenbrück), Manfred Bergau und Rolf Wellinghorst zu einer Stadtführung in Quakenbrück fand auch ein Besuch im Freilandlabor Wasserhausen statt.

"Öffnet externen Link in neuem FensterPerspektiven des Naturschutzes in Niedersachsen" lautete das Thema einer mit hochkarätigen Referenten besetzten Tagung des Umweltforums Osnabrück e.V. am 18.4.2026 im Museum am Schölerberg in Osnabrück. Im voll besetzten Vortragssaal begrüßten Andreas Peters als Gründer und langjähriger Vorsitzender des Umweltforums sowie Landrätin Anna Kebschull und Stadtbaurat Thimo Weitemeyer die Tagungsteilnehmer. Der 1. Vorsitzende des Umweltforums, Dr. Matthias Schreiber, schilderte in seinem Vortrag zur "Rolle der Naturschutzverbände" die herausragende Bedeutung des ehrenamtlichen Naturschutzes als rein aus den Sachzwängen heraus für eine intakte Natur und Umwelt argumentierende und handelnde Bevölkerungsgruppe. Obwohl die unter dem Dach des Umweltforums Osnabrück in 25 Mitgliedsverbänden versammelten etwa 7500 Mitglieder trotz hoher Fachkompetenz in der Anfangszeit vor 20 Jahren von vielen Politikern, Wirtschaftsvertretern und Investoren in der Region nicht immer ernst genommen wurden, hat sich dies inzwischen grundlegend geändert. Heute werden die Fachleute des Umweltforums oft von Anfang an von Behörden, Politikern oder Investoren in ihre Planungen, beispielweise bei Stallbauten, Windkraftanlagen usw., einbezogen. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit sind aus Sicht des Umweltforums 1) mehr als nur eine inhaltliche Verhandlungsposition, 2) die Bereitschaft in den Gesprächen maximale Verhandlungspositionen durch Kompromisse zu ersetzen 3) die Forderungen rein fachlich und eng an den rechtlichen Vorgaben begründet sind und 4) man sich den nötigen Respekt entgegenbringt, zwingend erforderlich. Den Respekt habe sich das Umweltforum allerdings zunächst durch bisher etwa 40 Klageverfahren, die fast alle aus der Sicht der Umweltschützer erfolgreich waren, erarbeiten müssen. Etwas humorvoll fasste Schreiber das vorstehende Erfolgskonzept zum Schutz einer artenreichen Kulturlandschaft wie folgt zusammen: Rechte zum Schutz der Natur sind wie der Weidezaum um die grüne Wiese. Damit die Rindviecher aber nicht im angrenzenden bäuerlichen Garten das Gemüse abfressen und den Rest zertrampeln, muss Strom durch den Draht fließen". In einem eigenen Vortragsblock der Veranstaltung wurde die Bedeutung der in der Region tätigen Naturschutzstiftungen vorgestellt. Zunächst ging es um die Öffnet externen Link in neuem FensterHeinz Sielmann Stiftung, die der Leiter Biodiversität der Stiftung Dr. Heiko Schumacher vorstellte. Es folgten weitere Vorträge u.a. von Petra Riemann von der Öffnet externen Link in neuem FensterDeutschen Wildtierstiftung, von Volker Tiemeyer von der Öffnet externen Link in neuem FensterStiftung für Ornithologie und Naturschutz Melle und von Michael Weinert von der Öffnet externen Link in neuem FensterArtländer Naturschutzstiftung.

Mikroskopie und Ökologie wurden im Kurs "Vielfalt und Ökologie mikroskopischer Kleinlebewesen" vom 8. - 12. April in der Biologischen Station am Heiligen Meer auch 2026 wunderbar zelebriert von Prof. Dr. Sebastian Hess von der Universität Darmstadt. Von der Probenahme an verschiedenen Gewässern über die Herstellung und Untersuchung der Präparate bis zu zahlreichen faszinierenden Vorträgen reichte der bunte Strauß biologischer Leckerbissen. Die in den verschiedenen Gewässern des Gebietes gesammelten Planktonorganismen (hier Micrasterias und Keratella) wurden mit dem Standardwerk "Das Leben im Wassertropfen", mit speziellerer Fachliteratur für einzelne Gruppen und mit Online-Bestimmungsschlüsseln von Öffnet externen Link in neuem FensterMartin Kreutz, Öffnet externen Link in neuem FensterMichael Plevka (Süßwasserplankton) und Öffnet externen Link in neuem FensterFerry Siemensma (Amöben) systematisch eingeordnet und auch unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet. Besonderes Interesse fanden die hübschen Bärtierchen, über die man viele Informationen auf der Homepage von Öffnet externen Link in neuem FensterMartin Mach findet.

Extraktion von Dungkäfern aus dem Kot von Pferden, Kühen, Kaninchen und Schafen (Foto oben), darunter der Eingang zur über einen Meter tiefen Brutröhre eines Stierkäfers zwischen Kaninchenkot (links) sowie ein Stierkäfer (rechts) und unten der Dungkäfer Aphodinus prodomus (links) und eine Waldeidechse in der Schafweide (rechts)

Die Bedeutung wilder Weiden liegt ganz besonders auch im Vorkommen von Dungkäfern, die durch ihre Bedeutung bei der Vernetzung ökologischer Prozesse und durch ihre Ökosystemleistungen eine zentrale Stellung in unseren Ökosystemen einnehmen. Diese ist vergleichbar der Bedeutung der Blütenbesucher unter den Insekten. Im Dungkäferkurs an der Biologischen Station Heiliges Meer vom 20. bis 22. März 2026 stellten die Dungkäferexperten Wolfgang Rowold, Fritz Pfeifer und Patrick Urban vom Öffnet externen Link in neuem FensterDung Beetle Lab in Vorträgen, Exkursionen und praktischen Übungen diese spannenden Insekten vor. In einem einzigen Kuhfladen können tausende Tiere leben und sie gehören damit zu den wichtigen Nahrungsgrundlagen für Fledermäuse, Wiesenvögel, Eidechsen und viele weitere Insektenfresser. Die Abnahme ganzjähriger, kontinuierlicher Weidehaltung in geringer Besatzdichte hat in den letzten Jahrzehnten zu einer extremen Abnahme der Dungkäferpopulationen geführt und ist daher eine der wichtigsten Ursachen des Insektensterbens. Ein weiterer Faktor des Dungkäfersterbens ist die Behandlung von Weidetieren mit Antiparasitika wie Ivermectin oder mit Antibiotika, sodass deren Kot für Insekten giftig ist und sie schädigt oder gar tötet. Hilfreich bei der Käferbestimmung ist die Homepage Öffnet externen Link in neuem FensterColeonet.

Von großen Pflanzenfressern bewohnte Leitet Herunterladen der Datei ein"Wilde Weiden" sind seit Millionen Jahren prägend für unsere Landschaft und ihre Lebensgemeinschaften wilder Pflanzen und Tiere. Auch heute spielen sie im Naturschutz eine große Rolle, wie auch die Beispiele aus Wasserhausen und der Quakenbrücker Mersch zeigen. Leider werden heute immer noch solche ökologisch wertvollen Grünlandflächen, zum Beispiel in der Quakenbrücker Mersch, mit ökonomischen Begründungen zerstört. Der hier präsentierte Aufsatz wurde veröffentlicht in "Menslager Hefte, Heft 39, Seiten 54 bis 79, Heimatverein Menslage im Dezember 2025".

Öffnet externen Link in neuem FensterDas Tiny Observatorium – Mit mobiler Sternwarte gegen Lichtverschmutzung, unter dieser Überschrift findet vom 13.1. bis 7.2. die vorstehende Veranstaltungsreihe auf dem Segelflugplatz Quakenbrück statt. Rolf Wellinghorst wird in seinem Vortrag "Faszination Insekten" auch auf die nachtaktiven Insekten und ihre Probleme mit der Lichtverschmutzung eingehen.

Weitere Vorträge und Exkursionen von Rolf Wellinghorst in nächster Zeit:

Vortrag: "Bionik - die Natur macht's vor" VHS Osnabrücker Land Quakenbrück, Kurs 261-180801, am 9.2.2026 um 18.00 Uhr in Quakenbrück, Anmeldung über VHS Osnabrücker Land

Vortrag: "Kulturgeschichte Artland" am 12.3. um 19.00 Uhr im Heimathaus Nortrup

Vortrag: "60 Jahre Ahnenforschung als Hobby – Von unserer Verwandtschaft mit Taylor Swift bis zur Verwandtschaft der Berger Tuchhändlerfamilien" am 25.3.2026 um 19.00 Uhr im Heimathaus Berge

Exkursion: "Landpartie – auf den Spuren von Heike Götz im Historischen Freilandlabor Wasserhausen" am 25.4.2026 um 14.00 Uhr; Anmeldung über Heimatverein Quakenbrück  

Quakenbrück im Artland im Jahr 1997: In Bildmitte sieht man Quakenbrück von Westen, im unteren Drittel des Fotos sieht man links das Halberbe Wellinghorst an der Kleinen Hase, in der Mitte das Halberbe Vortmann (heute Jäger) und rechts die Friedhorst und den Sportplatz von Groß Mimmelage.

Die Kultur- und Siedlungsgeschichte unserer Region umfasst einen Zeitraum von etwa 6000 Jahren. Beginnend in den Bachtälern der Ankum-Bippener und Dammer Berge während der Jungsteinzeit erschloss der sesshaft werdende Mensch nach und nach auch das Hasedelta weiter nördlich. Diese Region ist heute das Kerngebiet des Artlands. Mich hat es schon in meiner Jugend fasziniert, die wenigen Kenntnisse aus Archäologie, Pollenanalyse und seit etwa 1000 Jahren auch aus schriftlichen Quellen und Karten wie Puzzleteile zu einem sinnvollen Bild der Kultur- und Landschaftsgeschichte zusammenzufügen. Dabei konnte ich bereits damals die schriftlich vorliegenden Puzzlebilder einiger hervorragender und z.T. lange vor mir aktiver Heimatforscher wie Hamelmann, Hardebeck, Dühne, Rothert, Dobelmann, Pohlsander, Berner u.a. nutzen. Zusammen mit mir gingen einige weitere Heimatfreunde, zum Teil mit hervorragenden Ergebnissen, in den letzten Jahrzehnten auf Reisen in die Vergangenheit. Hierzu gehörten Klaus Mueller (Bauern, Plaggen, Neue Böden), Jürgen Espenhorst (Zeitreise ins Mittelalter; zwei Bände), Udo Hafferkamp (Kirchspiel Berge, Tuchmacherwesen u.a.), Heinrich Böning (Quakenbrück und das Artland) sowie Ronald und Gerrit Voortman (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.vortmes.nl; Abschriften von Kirchenbüchern und historischen Quellen aus dem Artland). Da Mueller belegte, dass die Eschkultur in unserer Region und damit der Einsatz des Wendepfluges vor 1000 Jahren begann und Espenhorst anhand der Karten von Du Plat für Rüsfort und das südliche Artland die rechteckigen Ackerparzellen (Blockfluren, die noch mit dem Hakenpflug bearbeitet wurden) des früheren Mittelalters und damit die Ursprungsorte der sächsischen Siedlungen aufspürte, wurden die zuvor veröffentlichten Publikationen in den vergangenen Jahrzehnten durch einige spannende neue Kenntnisse und Hypothesen ergänzt oder modifiziert. Für die noch schriftenlose sächsische Zeit geben hin und wieder auch Flur- und Ortsnamen oder über Jahrhunderte weitergegebene Sagen kleine Hinweise zur Kulturgeschichte. Gerrit und Ronald Voortman ist es zu verdanken, dass uns die Kirchenbücher des Artlands, die Rechercheergebnisse von Pohlsander und viele regionale Volkszählungslisten und Urkunden aus den vergangenen 400 Jahren und darüber hinaus für unsere Forschung heute in digitaler Form zur Verfügung stehen. Die neuen Erkenntnisse und Materialien machten auch meine eigenen Projekte wie "Kulturgeschichte Artland" und "Artland-Genealogie Quakenbrück (AGQ)" erst möglich.

Eine neue Publikationsreihe mit Hypothesen, die sicher alle Heimatforscher unserer Region bei ihrer Arbeit anregen wird, kündigt nun Ronald Voortman auf Facebook an indem er schreibt: Es ist soweit - Ein Meilenstein für die Artland-Forschung! Nach über 50 Jahren intensiver Archivarbeit und Forschung freut sich Ronald Voortman, heute – am 28. Dezember 2025 – den offiziellen Start des Artland-Projekts auf der Öffnet externen Link in neuem FensterWebsite von Donkey Books bekannt zu geben. Hinter dieser Reihe "Quellen zur Frühen Geschichte des Artlandes" steht das Lebenswerk von Jan Gerrit Voortman († 2009). Wir öffnen heute die Tore zu einer der exklusivsten Sammlungen der Region. Von den ersten Siedlungsspuren um 700 n. Chr. bis hin zu tiefen Einblicken in die lutherischen Kirchspiele – dies ist das neue Referenzwerk für jeden Historiker und Familienforscher. Ein kurzer Film von Ronald Voortman widmet sich der Entwicklung und Öffnet externen Link in neuem FensterBlütezeit von Groß Mimmelage im Mittelalter und liefert bereits eine Menge Informationen und Hypothesen zu unserer mittelalterlichen Geschichte im Artland. Spannend in dem Zusammenhang könnten z.B. die aktuellen archäologischen Untersuchungen im Bereich der überregionalen unterirdischen Stromtrasse westlich von Quakenbrück sein. Fände man hier Hinweise auf Wikinger im Umfeld der Kleinen Hase westlich von Quakenbrück oder auf eine mittelalterliche Wehrburg im Bereich der Frehorst (Friedhorst) in Groß Mimmelage, so wäre das eine wunderbare Bestätigung für Voortmans Hypothesen.

Ronald und Gerrit Voortman mit Arne Wellinghorst bei einem Besuch in Zaandam (links) sowie Ausschnitt der Stromtrasse im Bereich der Friedhorst in Groß Mimmelage mit Halberbe Vortmann (heute Jäger) im Hintergrund im Dezember 2025.

In einem Vortrag beim Öffnet externen Link in neuem FensterHeimatverein Rieste nahm Rolf Wellinghorst die Besucher mit auf eine Reise durch seine Familiengeschichte und Ahnenforschung.

 
 
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